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Journalismus – Hunde / Katzenkämpfe – Denkanstoss

Journalismus – Hunde / Katzenkämpfe – Denkanstoss

Journalismus – Hunde / Katzenkämpfe – Denkanstoss

Dieses E-Mail erhielten wir am:

Date: Sun, 11 Oct 1998 18:11:27 EDT

To: hund.ch

Liebe Redaktion!

Ich bin selbst Redakteurin bei einer großen deutschen Tageszeitung. Ich nutze das Internet teilweise für meine Recherchen. Deshalb wende ich mich mit einer Bitte an Sie: Ich arbeite derzeit an einem interessanten Phänomen. Bei uns in der Gegend verschwinden über Nacht sehr viele Katzen. Immer aus verschiedenen Ortschaften, immer an unterschiedlichen Tagen. Die Katzen tauchen nie wieder auf. Man findet keine Tapser, keine Haare von ihnen. Die Spur führt praktisch ins Nichts. Natürlich überlegen die betroffenen Katzenbesitzer, was mit ihren Tieren passiert sein könnte. Dabei wird auch nicht ausgeschlossen, daß die Katzen für Hundekämpfe gebraucht werden.

Nun meine Bitte: verfügen Sie über Material zum Thema Hundekampf, also Kampfregeln oder ein Disziplinenverzeichnis? Oder an wen könnte ich mich wenden, um in dieser Richtung weiter ermitteln zu können??

Ich würde mich sehr über eine Antwort von Ihnen freuen. Ich rufe Sie auch gerne an, wenn ich weiß, daß Sie mir helfen könnten.

Bitte lesen Sie die Antwort:

Reply-To: DER HUND – THE DOG – LE CHIEN From: „DER HUND – THE DOG – LE CHIEN Subject: Re: Hundekampf Date: Mon, 12 Oct 1998 03:20:35 +0100

Sehr geehrte Dame Unbekannt und ohne Absender

Mit Verlaub, das finde ich aber unfair. Wenn Katzen verschwinden, ist dies eigentlich Sache der Polizei, Sie zweifeln doch nicht am Rechtsstaat?

Hundekämpfe, so oder so eine Seltenheit und an den Haaren herbeigezogen, soll mal wieder herhalten für Stories?

Mit Nachdruck erwähnt, ich bin auch gegen Hundekämpfe.

Trotzdem eine Anmerkung:
Wenn schon, wäre es nicht sinnvoller zu überprüfen, ob ein Industiezweig ein solches Ausmass anrichtet? Meines Erachtens doch sinnvoller, als wieder einmal auf Hundefreunden rumzuhacken und diesen wegen zu suchenden Minderheiten, als Fazit, noch höhere Hundesteuern aufzubürden.

Ausser in der Phantasie haben doch Katzen mit Hundekämpfen kaum etwas zu schaffen, genau so wenig wie Kaninchen oder Meerschweinchen oder Goldfische.

Wieso versuchen Sie nicht mit einem positiven Beitrag über Rassehunde auszukommen? Es ist doch nun schon genug auf dem Rücken von Hunderassen und Liebhaberzüchtern und Hundefreunden ausgetragen worden, deren Liebhaberei in den wohl seltensten Fällen etwas mit Qual zu tun hat. Die Hundefreunde „allgemein“ sind es aber, die für solchen „Sensationsjournalismus“ unfairerweise als Auswirkung den Preis für „andere“ zu bezahlen haben.

Das erinnert mich an eine Erkenntnis:
„Der Mensch ist die Bestie“!

Es grüsst mit Absender ein allgemeiner Hundefreund, der nicht einmal Hundekämpfe kennt.

R. Wirth

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