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Akbash

Akbash

Ursprung

Der Akbash ist ein weißer Herdenschutzhund, der ursprünglich aus den Ebenen und Bergregionen der westlichen Türkei stammt. Obwohl die Entstehung der Rasse undurchsichtig ist, steht fest, daß es sich um eine alte, reine Rasse handelt. Der Akbash ist das Thanks for help and photo to Briar Creek Akbash Dogs …türkische Gegenstück zu den anderen weißen Herdenschutzrassen im nördlichen Mittelmeerraum. Als einzige Rasse jedoch besitzt der Akbash eine ganz besondere Mischung aus Molosser- und Windhund-Eigenschaften.

In der Türkei werden Akbash von Dorfbewohnern und Schäfern gehalten und gezüchtet, um Schafe vor Wölfen und anderen Raubtieren zu beschützen. Die Anerkennung dieser großartigen weißen Herdenschutzhunde als besondere Rasse resultierte aus der Feldforschung zweier Amerikaner, David und Judy Nelson, die diese Hunde in der Türkei seit den 1970ern erforscht haben. Die Nelsons haben über 40 Akbash in die Vereinigten Staaten importiert. Diese Hunde bildeten das Fundament für die Rasse in den Vereinigten Staaten und Kanada. Im Jahr 1980 führte das U.S. Department of Agriculture Akbash in sein Raubtier-Kontrollprogramm ein, in dem die Hunde erfolgreiche Leistungen brachten.

Der Akbash wurde 1998 vom United Kennel Club (UKC) als Rasse anerkannt.

Allgemeines Erscheinungsbild

Der weiße Akbash ist ein hochläufiger, schlanker, muskulöser Hund von beeindruckender Größe und Kraft. Er zeigt viel Mut und Ausdauer und sein Gebaren ist wachsam und nobel. Im Vergleich zur Widerristhöhe ist der Rumpf etwas länger. Der Akbash hat einen keilförmigen Kopf mit hängenden Ohren und eine lange Rute, die normalerweise im Ringel über dem Rücken getragen wird, wenn der Hund sich bewegt oder erregt ist. Der Akbash zeigt eine sehr seltene und außergewöhnliche Kombination von Molosser- und Windhundeigenschaften und es ist von großer Wichtigkeit, diese zu erhalten.

Die Beeinflussung der Rasse durch den Windhund ist erkennbar an den langen Läufen, der tiefen Brust, der gewölbten Lendenpartie, dem flachen Unterkiefer, den gut aufgezogenen Flanken und der Schnelligkeit und Wendigkeit dieser Hunde, während der Molossereinfluß in Größe, Gewicht, breiterem Kopfschädel und kraftvollem Gesamteindruck in der Rasse deutlich wird. Bei der Beurteilung dieser Rasse sollten Akbash bevorzugt werden, die ein vollkommenes Gleichgewicht zwischen den beiden Typen zur Schau stellen. Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern dieser Rasse können auffallend sein. Der Rüde ist bezeichnenderweise größer und schwerer als die Hündin. Die Hündin erscheint feminin im Vergleich zum Rüden. Hündinnen und Rüden unterscheiden sich nicht in der Eignung zum Wachhund.

Die Rasse wird in absolut natürlichem Zustand vorgestellt. Korrekter Körperbau, Temperament, Gang und gute Gebäudeverhältnisse sollten gleichmäßig bewertet werden. Ehrenhafte Narben oder andere Anzeichen von Verletzungen, die von der Arbeit im Feld stammen, sollten nicht als Fehler bewertet werden.

Merkmale

Die wesentlichen Merkmale des Akbash sind diejenigen, welche ihn zur erfolgreichen Arbeit als Herdenschutzhund befähigen. Akbash besitzen neben der Größe, der Kraft und dem Mut, große Raubtiere herauszufordern, auch die Schnelligkeit und die Wendigkeit, flinke Raubtiere zu verfolgen. Ihr Temperament ist ruhig, gelassen und zuverlässig. Sie sind unabhängig und in der Lage, ohne Anweisung vom Menschen angemessen auf Situationswechsel zu reagieren.

Der Akbash ist außerdem sehr geeignet als Gefährtenhund oder als Bewacher von Grundeigentum. Er ist treu, sanft und auf ruhige Art liebevoll im Umgang mit „seiner“ Familie, einschließlich Kindern und Haustieren; Fremden gegenüber bleibt er jedoch zurückhaltend und mißtrauisch. Es liegt in der Natur des Akbash, daß er andere Hunde wachsam beobachtet und möglicherweise aggressiv reagiert, wenn fremde Hunde in seine Domäne eindringen. Obwohl seine Wesensart eher unabhängig ist, spricht der Akbash gut auf die Grundausbildung an. Wenn er richtig sozialisiert und trainiert wird, ist der Akbash ein idealer Familienhund und Wächter.

Obwohl sich seine beschützerischen und wachsamen Instinkte schon im jungen Alter bemerkbar machen, reift diese Hunderasse langsam heran – körperlich und charakterlich – und ist im Alter von zwei bis drei Jahren voll ausgewachsen. Hündinnen sind oft früher ausgewachsen als Rüden.

Kopf

In beiden Geschlechtern steht der keilförmige Kopf in gutem Verhältnis zu Größe und Körperbau des individuellen Tieres. Der Kopf des Rüden ist proportional größer als jener der Hündin. Von oben gesehen wird der Kopf zum Nasenschwamm hin allmählich schmaler und bildet einen stumpfen Keil. Von der Seite gesehen bildet die Schnauze ungefähr die Hälfte der Kopflänge, die vom Hinterhauptbein zum Nasenschwamm gemessen wird. Der Kopf ist frei von Hautfalten.

Schädel

Der Schädel ist groß, leicht gewölbt und zwischen den Ohren breit. Der Schädel ist länger als breit und verschmälert sich gleichmäßig zur Schnauze hin. Der Stop ist schwach bis mäßig ausgeprägt. Die Backen sind flach und glatt.

Fehler: Schädel zu flach; Schädel zu schmal.

Schnauze:

Von der Seite gesehen ist der Nasenrücken gerade und annähernd parallel zum Oberkopf. Die Schnauze ist am Übergang zum Schädel breit, verschmälert sich gleichmäßig zur Nase hin und bildet einen stumpfen Keil. Die Kiefer sind kräftig, der Unterkiefer ist jedoch verhältnismäßig flach. Die Lefzen sind schwarz oder dunkelbraun und liegen fest an. Die Barthaare sind weiß.

Fehler: Spitzer Fang.

Disqualifizierender Fehler: Vollständiges Fehler der Lefzenpigmentierung.

Gebiss

Der Akbash hat ein vollständiges Gebiß mit großen regelmäßigen, weißen Zähnen. Ein Scherengebiß wird bevorzugt, aber ein Zangengebiß ist akzeptabel. Zähne, die aufgrund von Arbeitseinsatz im Feld beschädigt sind, sollen in der Bewertung nicht berücksichtigt werden.

Schwere Fehler: Vorbiß oder Rückbiß; mehr als zwei Zähne fehlend.

Nasenschwamm

Die Farbe des Nasenschwamms kann entweder voll dunkelbraun oder schwarz sein; beide Farben sind gleichermaßen akzeptabel. Hunde, deren Nasenpigment ein leichtes, jahreszeitbedingtes Ausbleichen aufweist, sollten keinen Bewertungsabzug erhalten. Die Hautpigmentierung der Schnauze um die Nase herum kann grau, gefleckt oder nicht vorhanden sein, aber die stärkere Pigmentierung sollte bevorzugt werden. Im Profil liegt der Nasenschwamm mit dem Ende der Schnauze auf einer Linie und geht etwas über den Unterkiefer hinaus.

Schwerer Fehler: Schwarz gefleckter Nasenschwamm (Schmetterlingsnase).

Disqualifizierender Fehler: Vollständig fehlende Pigmentierung des Nasenschwamms.

Akbas-WelpenAugen

Die Augen sind von mittlerer Größe, mandelförmig und weit voneinander stehend. Die Augenfarbe kann von goldbraun bis dunkelbraun reichen, wobei die dunklere Farbe bevorzugt wird. Der Ausdruck ist intelligent, wachsam und freundlich. Die Augenlider liegen gut an und sind entweder voll schwarz oder dunkelbraun pigmentiert. Die Wimpern sind weiß.

Schwere Fehler: Sehr fahle gelbe Augen; schlaffe Augenlider.

Disqualifizierende Fehler: Blaue Augen; vollständig fehlende Pigmentierung der Augenlider.

Ohren

Die Ohren sind hängend, V-förmig und an der Spitze leicht gerundet. Die Ohren sind ziemlich hoch angesetzt und liegen dicht am Schädel an. Wenn wachsam, werden die Ohren etwas höher getragen; ist der Hund beunruhigt, sind die Ohren nach hinten angelegt. Wenn das Ohr in Richtung des Auges gehalten wird, sollte es mindestens den äußeren Augenrand erreichen, jedoch nicht über den inneren Augenwinkel hinausgehen. In der Türkei werden die Ohren meistens im Welpenalter kupiert. Im Falle eines aus der Türkei exportierten Hundes sollten kupierte Ohren nicht als Fehler bewertet werden, aber für Hunde, die außerhalb der Türkei gezüchtet worden sind, gelten kupierte Ohren als Disqualifizierung.

Fehler: Zu hoch oder zu niedrig angesetzte Ohren; zu große oder zu kleine Ohren.

Disqualifizierende Fehler: Kupierte Ohren bei Hunden, die nicht aus der Türkei exportiert worden sind.

Hals

Der Hals ist gut bemuskelt, mittellang bis lang, mit gebogener Nackenlinie und geringer oder nicht vorhandener Wamme. Hunde sollten wegen einer mäßigen Wamme keinen Bewertungsabzug erhalten.

Fehler: Übermäßige Wamme.

Vorderhand

Wie beim Arbeitshund zu erwarten, sind die Schultern gut bemuskelt. Das Schulterblatt und der Oberarm sind gut gewinkelt und annähernd gleich lang. Der Unterarm ist lang, gerade und, im Verhälntis zur Gesamterscheinung des Hundes, von guter Knochenstärke. Die Vorderläufe stehen mäßig weit auseinander; die Ellenbogen liegen gut am Körper an. Der kräftige Vordermittelfuß ist, seitlich gesehen, leicht schräg. Von vorne betrachtet sollten die Beine parallel zu einander und im rechten Winkel zum Boden stehen.

Fehler: Gebogene Vorderläufe; Pfoten nach innen oder außen gerichtet.

Körper

Die Brust ist tief und mäßig breit. Die Rippen sind am Rückrat gut gewölbt und werden dann flacher, so daß sie einen tiefen Körper bilden, der fast bis zu den Ellenbogen reicht. Vom tiefsten Punkt der Brust verkürzt sich die Länge der Rippen relativ schnell zur Lende hin. Die Oberlinie fällt vom gut entwickelten Widerrist sehr sanft ab, geht in den kräftigen Rücken über und ist über der Lendenpartie leicht aber deutlich gewölbt. Die Lendenpartie geht in eine lange, gut bemuskelte, abfallende Kruppe über. Die Flanke ist gut aufgezogen und macht den Windhundeinfluß auf die Rasse deutlich.

Fehler: Tonnenförmige Brust.

Hinterhand

Die Hinterhand ist kräftig. Der Oberschenkel ist breit – von der Vorder- zur Hinterseite – und gleichzeitig lang. Obwohl die Bemuskelung hier stärker ist, ist der Knochenbau und die Winkelung der Hinterhand in gutem Gleichgewicht zur Vorderhand. Die Kniegelenke sind gut gewinkelt, die Sprunggelenke tiefstehend. Die langen Hinterläufe tragen zur eleganten Wölbung der Lendenpartie bei und sind wichtig für die Schnelligkeit und Wendigkeit der Rasse. Von hinten gesehen stehen die Hintermittelfüße parallel zu einander; seitlich gesehen sollten sie etwas vor dem rechten Winkel stehen, wenn sich der Hund in natürlicher aber wachsamer Haltung befindet.

Fehler: Kuhessige oder sichelförmige Läufe.

Pfoten

In dieser Rasse finden sich zwei Arten von Pfoten: Katzen- und Hasenpfoten. Beide sind akzeptabel; Katzenpfoten werden bevorzugt. Unabhängig von der Form sind die Pfoten groß und kräftig, die Zehen gut gewölbt. Die Ballen sind dick, hart, elastisch und können hell oder dunkel sein. Die Krallen sind grau, braun oder weiß und sollten stumpf vorgeführt werden. Afterzehen können fehlend, einfach oder doppelt sein und dürfen entfernt werden.

Fehler: Spreizpfoten

Die Rute ist nicht kupiert, dick am Ansatz und verjüngt sich zur Spitze hin. Die Rute ist tief an der Basis des Kreuzbeins angesetzt. Wenn der Hund entspannt ist, wird die Rute tief getragen und reicht bis zum Sprunggelenk. Der untere Teil der Rute bildet häufig einen Haken. Wenn der Hund in Bewegung oder erregt ist, wird die Rute gewöhnlich im Ringel über dem Rücken getragen. Die Höhe und das Ausmaß des Ringels ist von Erregungsgrad und Selbstvertrauen des Hundes abhängig. Die Rute kann entsprechend der Behaarung des Hundes schwach bis stark befedert sein.

Fehler: Kupierte oder kurze Rute; Rute zwischen den Läufen getragen, was Scheuheit oder Feigheit andeuten würde.

Haarkleid

Der Akbash hat ein doppeltes Haarkleid, das aus längerem rauhen Deckhaar und dichter Unterwolle aus weichem feinem Haar besteht. Die Dichte der Unterwolle schwankt beträchtlich je nach Klima und Wetterbedingungen, denen der Hund ausgesetzt ist. Der Akbash verliert seine Unterwolle normalerweise einmal im Jahr. Es gibt zwei in der Bewertung gleichberechtigte Haarlängen. Keiner der Typen wird bevorzugt. Bei beiden Varietäten ist das Haar an Schnauze, Ohren und Pfoten kürzer als am Körper.

Mittellanges Haar. Das Haar ist am Körper kurz bis mittellang und liegt glatt an, was dem Hund ein geschmeidiges, rassiges Aussehen verleiht. Ein leichter Kragen ist vorhanden. Leichte Befederung an Vorderläufen, Schenkeln und Ruteist möglich.

Langes Haar. Das Haarkleid ist beim langhaarigen Akbash deutlich länger als beim Hund mit mittellangem Haarkleid. Das Haar ist oft leicht wellig, jedoch nie gelockt oder verfilzt. Mit voller Unterwolle erscheint der langhaarige Akbash schwerer als der Akbash mit mittellangem Haarkleid. Ein voller Kragen und üppige Befederung an Vorderläufen, Schenkeln und Rute sind vorhanden. Im Sommer oder in warmen Klimazonen erscheint der langhaarige Akbash wegen der wenig entwickelten Unterwolle wesentlich geschmeidiger.

Farbe

Der Akbash ist immer weiß. Eine leichte biskuitfarbene oder graue Schattierung um die Ohren oder in der Unterwolle sollte nie als Fehler angerechnet werden, solange der vom Hund vermittelte Gesamteindruck weiß ist. Graue oder silberblaue Hautpigmentierung – voll oder in Flecken – ist wünschenswert, aber nicht Bedingung, vorausgesetzt, daß Augenlider, Nasenschwamm und Lefzen des Hundes genügend schwarze oder braune Pigmentierung aufweisen.

Disqualifizierende Fehler: Andere Gesamtfarbe als weiß; deutliche Flecken im Deckhaar; schwarze Barthaare; schwarze Wimpern.

Grösse und Gewicht

Für diese Herdenschutzhundrasse sind Größe, gute Gebäudeverhältnisse, Schnelligkeit und Wendigkeit gleichermaßen wichtig. Die wünschenswerte Größe des ausgewachsenen Hundes beträgt, am Widerrist gemessen, 76 bis 86 cm für Rüden und 71 bis 81 cm für Hündinnen. Das Gewicht sollte der Größe des Hundes entsprechen und den Hund gut bemuskelt und schlank erscheinen lassen, ohne über- oder untergewichtig zu sein. Für den Akbash-Rüden in guter Form ist das Durchschnittsgewicht 54 kg, für die Hündin 41 kg.

Fehler: Übergewicht; Konditionsschwäche.

Schwerer Fehler: Rüde oder Hündin weicht vom oben angegebenen Größenmaßstab um mehr als 2,5 cm ab.

Gangwerk

Die Bewegung des Akbash ist flüssig, ungehemmt und elastisch. Die Pfoten bleiben dabei nahe am Boden. Von vorne oder hinten gesehen bewegen sich die Läufe nicht parallel zueinander, sondern kommen zum Boden hin ziemlich nahe zusammen. Mit steigender Geschwindigkeit werden die Läufe entsprechend mehr nach innen getragen, bis die Pfoten beinahe einspurig treten. Seitlich gesehen greifen die Hinterläufe weit unter und treffen oder übergreifen die Spur der Vorderpfoten. Der nicht erregte Hund trägt den Kopf ziemlich tief auf Schulterhöhe. Im wachsamen Zustand bewegt sich der Akbash entschlossen und zielbewußt zum Gegenstand seines Interesses hin.

Disqualifizierende Fehler: Ein- oder beidseitiger Kryptorchismus. Bösartigkeit, merkliche Scheuheit oder Feigheit. Kupierte Ohren bei Hunden, die nicht in der Türkei gezüchtet wurden. Vollständiges Fehlen der Pigmentierung an Nasenschwamm, Augenlidern oder Lefzen. Blaue Augen. Andere Gesamtfarbe als weiß. Deutliche Flecken im Deckhaar. Schwarze Barthaare. Schwarze Wimpern.

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