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Akbash / Akbaş (Hund)

Akbash / Akbaş (Hund)

Der Akbash Hund ist ein großer, weißer Herdenschutzhund aus der Türkei, der ruhig, eigenständig und sehr wachsam ist; er passt am besten zu erfahrenen Haltern mit Platz, klarer Führung und guter Sozialisierung.

MerkmalAkbash / Akbaş
UrsprungWestliche Türkei, traditioneller Schutz von Schafherden
GrößeRüden meist 76 bis 86 cm, Hündinnen 71 bis 81 cm
GewichtRüden im Schnitt etwa 54 kg, Hündinnen etwa 41 kg
LebenserwartungMeist etwa 10 bis 12 Jahre
TemperamentRuhig, gelassen, zuverlässig, unabhängig, territorial
BewegungsbedarfHoch, aber nicht hektisch; lange, sinnvolle Auslastung ist wichtig
PflegeaufwandMittel; mehr Aufwand im Fellwechsel
HaarenMäßig bis stark im Fellwechsel, sonst überschaubar
SabbernEher gering bis mäßig
TrainierbarkeitGut bei klarer, ruhiger Führung; nicht für harte Methoden
Für Kinder geeignet?Ja, mit früher Sozialisierung und Aufsicht

Ursprung und Aufgabe des Akbash

Der Akbash ist kein Begleithund aus dem Familiengarten, sondern ein echter Arbeitshund. Seine Wurzeln liegen in den Ebenen und Bergregionen Westanatoliens, wo er seit Jahrhunderten Herden gegen Wölfe und andere Räuber schützt. Genau dafür wurde er gezüchtet: wachsam, mutig, schnell und trotzdem ruhig genug, um selbstständig gute Entscheidungen zu treffen.

Aus Sicht vieler Herdenschutzhund-Spezialisten ist das der Kern dieser Rasse: Der Akbash soll nicht blind gehorchen, sondern Situationen lesen. Das macht ihn faszinierend, aber auch anspruchsvoll. Wer einen Hund sucht, der sich leicht unterordnet, ist hier falsch. Wer dagegen einen verlässlichen Wächter mit starker innerer Ruhe möchte, findet im Akbash einen beeindruckenden Partner.

International wurde die Rasse vor allem durch Feldbeobachtungen und Zuchtarbeit in Nordamerika bekannter. Dort zeigte sich schnell, wie gut der Akbash in Schutz- und Kontrollaufgaben arbeitet. Heute ist er vor allem für Menschen interessant, die die Bedürfnisse eines Herdenschutzhundes wirklich verstehen und ernst nehmen.

Temperament und Charakter des Akbash Hundes

Der Charakter des Akbash ist von Ausgeglichenheit geprägt. Im Haus zeigt er sich oft still, aufmerksam und angenehm zurückhaltend. Draußen schaltet er aber sofort in den Wachmodus, wenn er etwas als relevant einstuft. Fremden gegenüber bleibt er meist skeptisch, ohne unnötig nervös zu sein. Genau diese Mischung macht ihn als Wächter so wertvoll.

Ein erfahrener Tiertrainer würde den Akbash nicht als schwierig, sondern als konsequent logisch beschreiben: Er reagiert auf klare Strukturen, wiederkehrende Abläufe und faire Regeln. Druck, laute Korrekturen oder inkonsequente Erziehung führen bei dieser Rasse eher zu Distanz als zu Kooperation. Wer sauber aufbaut, bekommt einen Hund mit erstaunlich stabiler Nervenlage.

  • ruhig und gelassen im vertrauten Umfeld
  • stark territorial und aufmerksam
  • loyal gegenüber der Familie
  • zurückhaltend gegenüber Fremden
  • selbstständig, aber lernfähig

Tipp: Beim Akbash bringen kurze, klare Signale und frühe Sozialisierung mehr als jede harte Korrektur. Diese Rasse folgt am besten Menschen, denen sie vertraut.

Größe, Gewicht und Körperbau

Der Akbash gehört zu den großen bis sehr großen Hunderassen. Sein Körper wirkt schlank, langläufig und zugleich kraftvoll. Diese Kombination ist typisch für einen Hund, der nicht nur standhalten, sondern auch schnell reagieren muss. Anders als ein massiger Molosser ist der Akbash beweglich gebaut, mit tiefem Brustkorb, festem Rücken und gut gewinkelten Läufen.

Die Unterschiede zwischen Rüden und Hündinnen sind deutlich. Rüden erscheinen meist größer, schwerer und maskuliner. Hündinnen wirken etwas feiner, bleiben aber ebenso ernst zu nehmen, wenn es um Schutzverhalten geht. Für die Praxis heißt das: Beide Geschlechter brauchen Raum, Muskelpflege durch Bewegung und eine kontrollierte Aufzucht ohne Überlastung im Wachstum.

GeschlechtWiderristhöheDurchschnittsgewichtHinweis
Rüde76 bis 86 cmetwa 54 kgGroß, kraftvoll, oft deutlich imposanter
Hündin71 bis 81 cmetwa 41 kgEtwas leichter, aber ebenso wehrhaft

Sozialisierung und Erziehung im Alltag

Der Akbash ist grundsätzlich gut trainierbar, aber nicht im Stil eines typischen Gehorsamshundes. Er braucht eine Beziehung, die auf Vertrauen beruht. Frühzeitige Sozialisierung ist entscheidend, vor allem mit Menschen, Geräuschen, Hunden, Fahrzeugen und Alltagssituationen. Je besser diese Phase läuft, desto stabiler bleibt sein Verhalten als erwachsener Hund.

Wichtig ist auch, dass der Akbash langsam reift. Viele Hunde dieser Rasse sind geistig und körperlich erst mit zwei bis drei Jahren wirklich erwachsen. Das erklärt, warum Jungtiere manchmal schon sehr wachsam wirken, innerlich aber noch deutlich Führung brauchen. Wer diese Entwicklungszeit respektiert, schützt den Hund vor Überforderung.

  1. Früh mit ruhiger Umweltgewöhnung beginnen.
  2. Klare Hausregeln von Anfang an festlegen.
  3. Kurz, freundlich und konsequent trainieren.
  4. Reize dosiert aufbauen, statt den Hund zu überfordern.
  5. Schutzverhalten lenken, nicht unterdrücken.

Aus Sicht von Hundespezialisten ist beim Akbash ein Punkt besonders wichtig: Er muss lernen, wann Wachsamkeit gefragt ist und wann nicht. Das gelingt nicht durch Härte, sondern durch Management. Ein strukturierter Alltag, sichere Rückzugsorte und kontrollierte Begegnungen helfen mehr als viele Wiederholungen ohne Plan.

Für Familien, Kinder und andere Tiere geeignet?

Ja, aber nur unter den richtigen Bedingungen. Ein gut sozialisierter Akbash kann sehr sanft mit seiner Familie umgehen. Er ist oft geduldig mit Kindern, solange diese respektvoll mit ihm umgehen und Erwachsene die Regeln im Blick behalten. Sein Schutzinstinkt ist stark, deshalb sollte der Kontakt nie unkontrolliert sein.

Mit Katzen oder anderen Haustieren kann ein Akbash meist gut leben, wenn er sie von klein auf kennt. Schwieriger wird es bei fremden Hunden. Gerade in seinem Revier beobachtet er andere Hunde genau und kann defensiv oder aggressiv reagieren, wenn er sich bedrängt fühlt. Das ist kein Zeichen von Bosheit, sondern von rassetypischer Wächterlogik.

  • gut für ruhige, klare Familienstrukturen
  • mit Kindern möglich, aber immer beaufsichtigt
  • mit Haustieren oft verträglich bei früher Gewöhnung
  • mit fremden Hunden eher vorsichtig bis abweisend
  • nicht ideal für ein hektisches Mehrhunde-Chaos

Bewegung, Wohnung und Klima

Der Akbash braucht tägliche Bewegung, aber keine dauernde Action. Lange Spaziergänge, kontrollierte Freilaufmöglichkeiten und sinnvolle Aufgaben sind besser als wildes Ballwerfen. Als Herdenschutzhund arbeitet er mit Kopf und Nase, nicht mit Jagdtrieb auf Kommando. Er will sehen, was um ihn herum passiert, und dabei einen klaren Rahmen haben.

Für die Wohnung ist diese Rasse meist nur bedingt geeignet. Nicht wegen fehlender Anhänglichkeit, sondern wegen Größe, Wachverhalten und Raumanspruch. Ein Haus mit sicher eingezäuntem Grundstück ist meist deutlich passender. Auch im Garten gilt: Ein Zaun ersetzt keine Erziehung. Der Hund muss lernen, dass nicht jede Bewegung draußen sein Problem ist.

AlltagssituationEinschätzungWarum?
Wohnung in der StadtEher ungeeignetGroßer Schutztrieb, Platzbedarf, Wachsamkeit
Haus mit sicherem GrundstückGut geeignetMehr Raum und bessere Reizkontrolle
Aktive EinzelpersonGut möglichWenn Erfahrung, Zeit und Konsequenz vorhanden sind
Familie mit kleinen KindernNur mit ErfahrungRuhige Führung und Aufsicht sind Pflicht
Anfänger ohne HundekenntnisEher nichtEigenständigkeit und Schutzverhalten sind anspruchsvoll
Heißes SommerklimaMit VorsichtSchattige Plätze, Wasser und keine Mittagshitze

Wie viel Bewegung braucht ein Akbash?

Ein erwachsener Akbash braucht täglich mehrere ruhige, aber ausreichende Bewegungseinheiten. Entscheidend ist nicht die reine Kilometerzahl, sondern die Qualität. Er möchte beobachten, laufen, riechen und seinen Bereich mitdenken. Wer ihn geistig einbindet, bekommt oft einen entspannteren Hund als mit reinem Sportprogramm.

Im Sommer sollte die Belastung angepasst werden. Die weiße Farbe schützt nicht automatisch vor Hitze. Lange Schattenpausen, Wasser und frühe Spaziergänge sind sinnvoll. Überhitzung ist bei großen Hunden schnell ein Thema, besonders wenn sie zusätzlich zu dick werden oder im Fellwechsel stark unterwolle tragen.

Fellpflege, Haaren und Sabbern

Der Akbash hat ein doppeltes Haarkleid mit dichter Unterwolle und längerem Deckhaar. Das Fell ist immer weiß, kann aber an Ohren oder in der Unterwolle leichte cremefarbene Schattierungen zeigen. Je nach Linie gibt es mittellanges oder langes Fell. Beide Varianten sind praktisch, wenn sie gut gepflegt werden.

Im Alltag reicht meist wöchentliches Bürsten. Während des Fellwechsels, der typischerweise einmal im Jahr besonders stark ausfällt, sollte öfter gebürstet werden. Dann löst sich viel Unterwolle auf einmal. Das spart nicht nur Haare in der Wohnung, sondern auch Hautprobleme durch verfilzte Stellen. Sabbern ist beim Akbash eher kein großes Thema, was im Alltag angenehm ist.

  1. Ein- bis zweimal pro Woche gründlich bürsten.
  2. Im Fellwechsel fast täglich lose Unterwolle entfernen.
  3. Ohren, Pfoten und Hautfalten regelmäßig prüfen.
  4. Krallen, Zähne und Ballen nicht vergessen.
  5. Bei Hitze besonders auf Haut und Atmung achten.

Gesundheit, Ernährung und laufende Kosten

Wie bei vielen großen Rassen stehen Gelenke, Knochen und das Wachstum im Mittelpunkt. Ein junger Akbash sollte nicht zu schnell wachsen und nicht zu viel Energie aufnehmen. Das erhöht das Risiko für spätere Belastungsprobleme. Sinnvoll ist eine hochwertige, bedarfsgerechte Fütterung mit kontrollierter Energie- und Mineralstoffmenge. Bei Unsicherheit hilft ein Tierarzt mit Erfahrung in der Aufzucht großer Rassen.

Typische Themen bei großen Herdenschutzhunden sind außerdem Gewichtskontrolle, Hüfte, Ellenbogen und die Vermeidung von Überlastung im Junghundealter. Ein schlanker, muskulöser Hund ist gesünder als ein schwerer, weicher Hund. Regelmäßige Vorsorge ist deshalb keine Nebensache, sondern Teil der Haltung.

KostenfaktorWomit man rechnen sollteHinweis
FutterSpürbar höher als bei kleinen RassenGroßer Hund, viel Muskelmasse, gute Qualität sinnvoll
TierarztRegelmäßig für Impfungen, Vorsorge und eventuelle GelenkchecksRücklage für unvorhergesehene Kosten einplanen
VersicherungJe nach Anbieter und Region unterschiedlichHaftpflicht ist dringend zu empfehlen
PflegeGering bis mittel, im Fellwechsel höherBürsten, Pflegezubehör, gelegentliche professionelle Hilfe
Gesamtkosten pro MonatOft etwa 120 bis 250 Euro, in der Schweiz meist mehrJe nach Futter, Gesundheitsbedarf und Haltung deutlich variabel

Ist der Akbash der richtige Hund für Sie?

Die ehrlichste Antwort lautet: Nur dann, wenn Sie seine Natur wirklich mögen. Der Akbash ist kein Hund für ständigen Showgehorsam und keine Rasse für Menschen, die einen unkomplizierten Stadtbegleiter suchen. Er braucht einen ruhigen Kopf, klare Regeln und Menschen, die Beschützerinstinkte nicht persönlich nehmen.

Wenn Sie dagegen einen ruhigen, souveränen Wächter möchten, der seine Familie ernst nimmt und draußen wie drinnen Präsenz zeigt, kann der Akbash hervorragend passen. Wichtig ist, vor der Entscheidung den Alltag realistisch zu betrachten. Nicht die Optik sollte den Ausschlag geben, sondern das Verhalten, das Sie über viele Jahre führen werden.

  1. Haben Sie Erfahrung mit großen, eigenständigen Hunden?
  2. Gibt es genug Platz und sichere Grenzen?
  3. Können Sie konsequent, aber ruhig erziehen?
  4. Passen Kinder, andere Tiere und Besucher zur Rasse?
  5. Haben Sie Zeit für Sozialisierung, Pflege und Bewegung?

Worauf Züchter und Vermittler achten sollten

Wer einen Akbash aufnehmen möchte, sollte nicht nur auf Optik achten. Gute Zucht und seriöse Vermittlung erkennen Sie an gesundem Nervenkostüm, ruhigem Sozialverhalten und nachvollziehbarer Aufzucht. Ein Welpe, der zu wenig Kontakt, aber zu viel Reizüberflutung erlebt, entwickelt später oft genau die Probleme, die dieser Rasse am meisten schaden: Unsicherheit, Überreaktionen und schlechte Steuerbarkeit.

Fragen Sie nach dem Wesen der Elterntiere, nach Haltung, Entwurmung, Gesundheitsvorsorge und nach dem Umgang der Welpen mit Menschen und Umweltreizen. Ein guter Akbash soll nicht nur schön aussehen, sondern einen klaren, verlässlichen Charakter mitbringen. Genau das macht ihn langfristig alltagstauglich.

  • Elterntiere mit ruhigem, stabilem Wesen
  • frühe, saubere Umweltsozialisation der Welpen
  • nachvollziehbare Gesundheitsvorsorge
  • keine übertriebene Härte in der Aufzucht
  • ehrliche Beratung zu Schutztrieb und Alltagstauglichkeit

Frequently Asked Questions (FAQ)

Hier finden Sie kurze Antworten auf typische Fragen zum Akbash Hund. Die Punkte helfen besonders, wenn Sie die Rasse mit anderen Herdenschutzhunden vergleichen oder prüfen möchten, ob sie zu Ihrem Alltag passt.

Ist der Akbash ein guter Familienhund?

Ja, wenn er früh sozialisiert wird und klare Regeln kennt. Er ist meist sanft zur Familie, braucht aber erfahrene Führung und Aufsicht, besonders mit Kindern und Besuch.

Kann ein Akbash in der Wohnung leben?

Nur in Ausnahmefällen. Wegen Größe, Schutztrieb und Platzbedarf ist ein Haus mit sicherem Außenbereich meist deutlich passender als eine Stadtwohnung.

Wie stark haart ein Akbash?

Im Alltag mäßig, im Fellwechsel deutlich stärker. Wer regelmäßig bürstet, hält lose Unterwolle und Haare besser unter Kontrolle.

Ist der Akbash für Anfänger geeignet?

Eher nicht. Die Rasse ist eigenständig, wachsam und braucht ruhige, konsequente Menschen mit Hundeverstand. Für Anfänger gibt es leichter führbare Rassen.

Wie viel Beschäftigung braucht ein Akbash wirklich?

Er braucht tägliche Bewegung, aber vor allem klare Aufgaben, Ruhe und Struktur. Mit guter Führung ist er ausgeglichen; ohne diese Basis wird er schnell zu eigenständig.

Wenn Sie einen Akbash ernsthaft in Betracht ziehen, planen Sie die Rasse nicht nach Optik, sondern nach Alltag, Raum, Zeit und Erfahrung. Genau dort zeigt sich, ob aus einem beeindruckenden Herdenschutzhund ein ruhiger, zuverlässiger Partner wird.

Ursprung des Akbaş Hundes

Der Akbash ist ein weißer Herdenschutzhund, der ursprünglich aus den Ebenen und Bergregionen der westlichen Türkei stammt. Obwohl die Entstehung der Rasse undurchsichtig ist, steht fest, daß es sich um eine alte, reine Rasse handelt. Der Akbash ist das Thanks for help and photo to Briar Creek Akbash Dogs …türkische Gegenstück zu den anderen weißen Herdenschutzrassen im nördlichen Mittelmeerraum. Als einzige Rasse jedoch besitzt der Akbash eine ganz besondere Mischung aus Molosser- und Windhund-Eigenschaften.

In der Türkei werden Akbash von Dorfbewohnern und Schäfern gehalten und gezüchtet, um Schafe vor Wölfen und anderen Raubtieren zu beschützen. Die Anerkennung dieser großartigen weißen Herdenschutzhunde als besondere Rasse resultierte aus der Feldforschung zweier Amerikaner, David und Judy Nelson, die diese Hunde in der Türkei seit den 1970ern erforscht haben. Die Nelsons haben über 40 Akbash in die Vereinigten Staaten importiert. Diese Hunde bildeten das Fundament für die Rasse in den Vereinigten Staaten und Kanada. Im Jahr 1980 führte das U.S. Department of Agriculture Akbash in sein Raubtier-Kontrollprogramm ein, in dem die Hunde erfolgreiche Leistungen brachten.

Der Akbash wurde 1998 vom United Kennel Club (UKC) als Rasse anerkannt.

Allgemeines Erscheinungsbild

Der weiße Akbash ist ein hochläufiger, schlanker, muskulöser Hund von beeindruckender Größe und Kraft. Er zeigt viel Mut und Ausdauer und sein Gebaren ist wachsam und nobel. Im Vergleich zur Widerristhöhe ist der Rumpf etwas länger. Der Akbash hat einen keilförmigen Kopf mit hängenden Ohren und eine lange Rute, die normalerweise im Ringel über dem Rücken getragen wird, wenn der Hund sich bewegt oder erregt ist. Der Akbash zeigt eine sehr seltene und außergewöhnliche Kombination von Molosser- und Windhundeigenschaften und es ist von großer Wichtigkeit, diese zu erhalten.

Die Beeinflussung der Rasse durch den Windhund ist erkennbar an den langen Läufen, der tiefen Brust, der gewölbten Lendenpartie, dem flachen Unterkiefer, den gut aufgezogenen Flanken und der Schnelligkeit und Wendigkeit dieser Hunde, während der Molossereinfluß in Größe, Gewicht, breiterem Kopfschädel und kraftvollem Gesamteindruck in der Rasse deutlich wird. Bei der Beurteilung dieser Rasse sollten Akbash bevorzugt werden, die ein vollkommenes Gleichgewicht zwischen den beiden Typen zur Schau stellen. Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern dieser Rasse können auffallend sein. Der Rüde ist bezeichnenderweise größer und schwerer als die Hündin. Die Hündin erscheint feminin im Vergleich zum Rüden. Hündinnen und Rüden unterscheiden sich nicht in der Eignung zum Wachhund.

Die Rasse wird in absolut natürlichem Zustand vorgestellt. Korrekter Körperbau, Temperament, Gang und gute Gebäudeverhältnisse sollten gleichmäßig bewertet werden. Ehrenhafte Narben oder andere Anzeichen von Verletzungen, die von der Arbeit im Feld stammen, sollten nicht als Fehler bewertet werden.

Akbaş Merkmale

Die wesentlichen Merkmale des Akbash sind diejenigen, welche ihn zur erfolgreichen Arbeit als Herdenschutzhund befähigen. Akbash besitzen neben der Größe, der Kraft und dem Mut, große Raubtiere herauszufordern, auch die Schnelligkeit und die Wendigkeit, flinke Raubtiere zu verfolgen. Ihr Temperament ist ruhig, gelassen und zuverlässig. Sie sind unabhängig und in der Lage, ohne Anweisung vom Menschen angemessen auf Situationswechsel zu reagieren.

Der Akbash ist außerdem sehr geeignet als Gefährtenhund oder als Bewacher von Grundeigentum. Er ist treu, sanft und auf ruhige Art liebevoll im Umgang mit «seiner» Familie, einschließlich Kindern und Haustieren; Fremden gegenüber bleibt er jedoch zurückhaltend und mißtrauisch. Es liegt in der Natur des Akbash, daß er andere Hunde wachsam beobachtet und möglicherweise aggressiv reagiert, wenn fremde Hunde in seine Domäne eindringen. Obwohl seine Wesensart eher unabhängig ist, spricht der Akbash gut auf die Grundausbildung an. Wenn er richtig sozialisiert und trainiert wird, ist der Akbash ein idealer Familienhund und Wächter.

Obwohl sich seine beschützerischen und wachsamen Instinkte schon im jungen Alter bemerkbar machen, reift diese Hunderasse langsam heran – körperlich und charakterlich – und ist im Alter von zwei bis drei Jahren voll ausgewachsen. Hündinnen sind oft früher ausgewachsen als Rüden.

Kopf

In beiden Geschlechtern steht der keilförmige Kopf in gutem Verhältnis zu Größe und Körperbau des individuellen Tieres. Der Kopf des Rüden ist proportional größer als jener der Hündin. Von oben gesehen wird der Kopf zum Nasenschwamm hin allmählich schmaler und bildet einen stumpfen Keil. Von der Seite gesehen bildet die Schnauze ungefähr die Hälfte der Kopflänge, die vom Hinterhauptbein zum Nasenschwamm gemessen wird. Der Kopf ist frei von Hautfalten.

Schädel

Der Schädel ist groß, leicht gewölbt und zwischen den Ohren breit. Der Schädel ist länger als breit und verschmälert sich gleichmäßig zur Schnauze hin. Der Stop ist schwach bis mäßig ausgeprägt. Die Backen sind flach und glatt.

Fehler: Schädel zu flach; Schädel zu schmal.

Schnauze:

Von der Seite gesehen ist der Nasenrücken gerade und annähernd parallel zum Oberkopf. Die Schnauze ist am Übergang zum Schädel breit, verschmälert sich gleichmäßig zur Nase hin und bildet einen stumpfen Keil. Die Kiefer sind kräftig, der Unterkiefer ist jedoch verhältnismäßig flach. Die Lefzen sind schwarz oder dunkelbraun und liegen fest an. Die Barthaare sind weiß.

Fehler: Spitzer Fang.

Disqualifizierender Fehler: Vollständiges Fehler der Lefzenpigmentierung.

Gebiss

Der Akbash hat ein vollständiges Gebiß mit großen regelmäßigen, weißen Zähnen. Ein Scherengebiß wird bevorzugt, aber ein Zangengebiß ist akzeptabel. Zähne, die aufgrund von Arbeitseinsatz im Feld beschädigt sind, sollen in der Bewertung nicht berücksichtigt werden.

Schwere Fehler: Vorbiß oder Rückbiß; mehr als zwei Zähne fehlend.

Nasenschwamm

Die Farbe des Nasenschwamms kann entweder voll dunkelbraun oder schwarz sein; beide Farben sind gleichermaßen akzeptabel. Hunde, deren Nasenpigment ein leichtes, jahreszeitbedingtes Ausbleichen aufweist, sollten keinen Bewertungsabzug erhalten. Die Hautpigmentierung der Schnauze um die Nase herum kann grau, gefleckt oder nicht vorhanden sein, aber die stärkere Pigmentierung sollte bevorzugt werden. Im Profil liegt der Nasenschwamm mit dem Ende der Schnauze auf einer Linie und geht etwas über den Unterkiefer hinaus.

Schwerer Fehler: Schwarz gefleckter Nasenschwamm (Schmetterlingsnase).

Disqualifizierender Fehler: Vollständig fehlende Pigmentierung des Nasenschwamms.

Akbas-WelpenAugen

Die Augen sind von mittlerer Größe, mandelförmig und weit voneinander stehend. Die Augenfarbe kann von goldbraun bis dunkelbraun reichen, wobei die dunklere Farbe bevorzugt wird. Der Ausdruck ist intelligent, wachsam und freundlich. Die Augenlider liegen gut an und sind entweder voll schwarz oder dunkelbraun pigmentiert. Die Wimpern sind weiß.

Schwere Fehler: Sehr fahle gelbe Augen; schlaffe Augenlider.

Disqualifizierende Fehler: Blaue Augen; vollständig fehlende Pigmentierung der Augenlider.

Ohren

Die Ohren sind hängend, V-förmig und an der Spitze leicht gerundet. Die Ohren sind ziemlich hoch angesetzt und liegen dicht am Schädel an. Wenn wachsam, werden die Ohren etwas höher getragen; ist der Hund beunruhigt, sind die Ohren nach hinten angelegt. Wenn das Ohr in Richtung des Auges gehalten wird, sollte es mindestens den äußeren Augenrand erreichen, jedoch nicht über den inneren Augenwinkel hinausgehen. In der Türkei werden die Ohren meistens im Welpenalter kupiert. Im Falle eines aus der Türkei exportierten Hundes sollten kupierte Ohren nicht als Fehler bewertet werden, aber für Hunde, die außerhalb der Türkei gezüchtet worden sind, gelten kupierte Ohren als Disqualifizierung.

Fehler: Zu hoch oder zu niedrig angesetzte Ohren; zu große oder zu kleine Ohren.

Disqualifizierende Fehler: Kupierte Ohren bei Hunden, die nicht aus der Türkei exportiert worden sind.

Hals

Der Hals ist gut bemuskelt, mittellang bis lang, mit gebogener Nackenlinie und geringer oder nicht vorhandener Wamme. Hunde sollten wegen einer mäßigen Wamme keinen Bewertungsabzug erhalten.

Fehler: Übermäßige Wamme.

Vorderhand

Wie beim Arbeitshund zu erwarten, sind die Schultern gut bemuskelt. Das Schulterblatt und der Oberarm sind gut gewinkelt und annähernd gleich lang. Der Unterarm ist lang, gerade und, im Verhälntis zur Gesamterscheinung des Hundes, von guter Knochenstärke. Die Vorderläufe stehen mäßig weit auseinander; die Ellenbogen liegen gut am Körper an. Der kräftige Vordermittelfuß ist, seitlich gesehen, leicht schräg. Von vorne betrachtet sollten die Beine parallel zu einander und im rechten Winkel zum Boden stehen.

Fehler: Gebogene Vorderläufe; Pfoten nach innen oder außen gerichtet.

Körper

Die Brust ist tief und mäßig breit. Die Rippen sind am Rückrat gut gewölbt und werden dann flacher, so daß sie einen tiefen Körper bilden, der fast bis zu den Ellenbogen reicht. Vom tiefsten Punkt der Brust verkürzt sich die Länge der Rippen relativ schnell zur Lende hin. Die Oberlinie fällt vom gut entwickelten Widerrist sehr sanft ab, geht in den kräftigen Rücken über und ist über der Lendenpartie leicht aber deutlich gewölbt. Die Lendenpartie geht in eine lange, gut bemuskelte, abfallende Kruppe über. Die Flanke ist gut aufgezogen und macht den Windhundeinfluß auf die Rasse deutlich.

Fehler: Tonnenförmige Brust.

Hinterhand

Die Hinterhand ist kräftig. Der Oberschenkel ist breit – von der Vorder- zur Hinterseite – und gleichzeitig lang. Obwohl die Bemuskelung hier stärker ist, ist der Knochenbau und die Winkelung der Hinterhand in gutem Gleichgewicht zur Vorderhand. Die Kniegelenke sind gut gewinkelt, die Sprunggelenke tiefstehend. Die langen Hinterläufe tragen zur eleganten Wölbung der Lendenpartie bei und sind wichtig für die Schnelligkeit und Wendigkeit der Rasse. Von hinten gesehen stehen die Hintermittelfüße parallel zu einander; seitlich gesehen sollten sie etwas vor dem rechten Winkel stehen, wenn sich der Hund in natürlicher aber wachsamer Haltung befindet.

Fehler: Kuhessige oder sichelförmige Läufe.

Pfoten

In dieser Rasse finden sich zwei Arten von Pfoten: Katzen- und Hasenpfoten. Beide sind akzeptabel; Katzenpfoten werden bevorzugt. Unabhängig von der Form sind die Pfoten groß und kräftig, die Zehen gut gewölbt. Die Ballen sind dick, hart, elastisch und können hell oder dunkel sein. Die Krallen sind grau, braun oder weiß und sollten stumpf vorgeführt werden. Afterzehen können fehlend, einfach oder doppelt sein und dürfen entfernt werden.

Fehler: Spreizpfoten

Die Rute ist nicht kupiert, dick am Ansatz und verjüngt sich zur Spitze hin. Die Rute ist tief an der Basis des Kreuzbeins angesetzt. Wenn der Hund entspannt ist, wird die Rute tief getragen und reicht bis zum Sprunggelenk. Der untere Teil der Rute bildet häufig einen Haken. Wenn der Hund in Bewegung oder erregt ist, wird die Rute gewöhnlich im Ringel über dem Rücken getragen. Die Höhe und das Ausmaß des Ringels ist von Erregungsgrad und Selbstvertrauen des Hundes abhängig. Die Rute kann entsprechend der Behaarung des Hundes schwach bis stark befedert sein.

Fehler: Kupierte oder kurze Rute; Rute zwischen den Läufen getragen, was Scheuheit oder Feigheit andeuten würde.

Haarkleid

Der Akbash hat ein doppeltes Haarkleid, das aus längerem rauhen Deckhaar und dichter Unterwolle aus weichem feinem Haar besteht. Die Dichte der Unterwolle schwankt beträchtlich je nach Klima und Wetterbedingungen, denen der Hund ausgesetzt ist. Der Akbash verliert seine Unterwolle normalerweise einmal im Jahr. Es gibt zwei in der Bewertung gleichberechtigte Haarlängen. Keiner der Typen wird bevorzugt. Bei beiden Varietäten ist das Haar an Schnauze, Ohren und Pfoten kürzer als am Körper.

Mittellanges Haar. Das Haar ist am Körper kurz bis mittellang und liegt glatt an, was dem Hund ein geschmeidiges, rassiges Aussehen verleiht. Ein leichter Kragen ist vorhanden. Leichte Befederung an Vorderläufen, Schenkeln und Ruteist möglich.

Langes Haar. Das Haarkleid ist beim langhaarigen Akbash deutlich länger als beim Hund mit mittellangem Haarkleid. Das Haar ist oft leicht wellig, jedoch nie gelockt oder verfilzt. Mit voller Unterwolle erscheint der langhaarige Akbash schwerer als der Akbash mit mittellangem Haarkleid. Ein voller Kragen und üppige Befederung an Vorderläufen, Schenkeln und Rute sind vorhanden. Im Sommer oder in warmen Klimazonen erscheint der langhaarige Akbash wegen der wenig entwickelten Unterwolle wesentlich geschmeidiger.

Farbe

Der Akbash ist immer weiß. Eine leichte biskuitfarbene oder graue Schattierung um die Ohren oder in der Unterwolle sollte nie als Fehler angerechnet werden, solange der vom Hund vermittelte Gesamteindruck weiß ist. Graue oder silberblaue Hautpigmentierung – voll oder in Flecken – ist wünschenswert, aber nicht Bedingung, vorausgesetzt, daß Augenlider, Nasenschwamm und Lefzen des Hundes genügend schwarze oder braune Pigmentierung aufweisen.

Disqualifizierende Fehler: Andere Gesamtfarbe als weiß; deutliche Flecken im Deckhaar; schwarze Barthaare; schwarze Wimpern.

Grösse und Gewicht

Für diese Herdenschutzhundrasse sind Größe, gute Gebäudeverhältnisse, Schnelligkeit und Wendigkeit gleichermaßen wichtig. Die wünschenswerte Größe des ausgewachsenen Hundes beträgt, am Widerrist gemessen, 76 bis 86 cm für Rüden und 71 bis 81 cm für Hündinnen. Das Gewicht sollte der Größe des Hundes entsprechen und den Hund gut bemuskelt und schlank erscheinen lassen, ohne über- oder untergewichtig zu sein. Für den Akbash-Rüden in guter Form ist das Durchschnittsgewicht 54 kg, für die Hündin 41 kg.

Fehler: Übergewicht; Konditionsschwäche.

Schwerer Fehler: Rüde oder Hündin weicht vom oben angegebenen Größenmaßstab um mehr als 2,5 cm ab.

Gangwerk

Die Bewegung des Akbash ist flüssig, ungehemmt und elastisch. Die Pfoten bleiben dabei nahe am Boden. Von vorne oder hinten gesehen bewegen sich die Läufe nicht parallel zueinander, sondern kommen zum Boden hin ziemlich nahe zusammen. Mit steigender Geschwindigkeit werden die Läufe entsprechend mehr nach innen getragen, bis die Pfoten beinahe einspurig treten. Seitlich gesehen greifen die Hinterläufe weit unter und treffen oder übergreifen die Spur der Vorderpfoten. Der nicht erregte Hund trägt den Kopf ziemlich tief auf Schulterhöhe. Im wachsamen Zustand bewegt sich der Akbash entschlossen und zielbewußt zum Gegenstand seines Interesses hin.

Disqualifizierende Fehler: Ein- oder beidseitiger Kryptorchismus. Bösartigkeit, merkliche Scheuheit oder Feigheit. Kupierte Ohren bei Hunden, die nicht in der Türkei gezüchtet wurden. Vollständiges Fehlen der Pigmentierung an Nasenschwamm, Augenlidern oder Lefzen. Blaue Augen. Andere Gesamtfarbe als weiß. Deutliche Flecken im Deckhaar. Schwarze Barthaare. Schwarze Wimpern.


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