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Stopp! Hunde hassen Cabriofahren

Stopp! Hunde hassen Cabriofahren

Bei Fuß, Ray Ban

Von Jürgen Pander

Schau mal wie süß. Der Hund dort im Cabriolet. Hui, wie der Fahrtwind durchs Fell wuschelt. Wie die vorbei sausende Sommerluft die herausbaumelnde Zunge kühlt. Ich glaube, der Hund weint. Vor Glück! Weil sein Herrchen ein so herrliches Cabrio besitzt und er mitfahren darf.

Stopp! Hunde hassen Cabriofahren. Und die Tränen, die ihnen aus den Augen kullern, sind keine Glückstränen, sondern ernst zu nehmende Anzeichen einer bevorstehenden Bindehautentzündung. Seit gut zehn Jahren schon boomt der Markt der Cabrios und Roadster und damit der Tränenfluss betroffener Hunde.

Jetzt endlich hat sich jemand des Problems angenommen und Hundebrillen entwickelt: Die Firma dog-goes hat sechs Modelle in verschiedenen Größen, passend von Dackel bis Dogge, entworfen. Außerdem gibt es die Brillen in der Standardausführung mit grau getönten Gläsern oder etwas modischer mit blauen und sogar mit verspiegelten Gläsern. Letztere dürften besonders häufig auf Kampfhundeköpfen auftauchen, schließlich tragen Kampfhunde-Herrchen auch gerne verspiegelte Scheibchen auf der Nase.

Ersonnen wurde die Hundebrille übrigens vom Gasteiner Lawinenhundeführer Gerhard Imlauer, dessen Tier an einer akuten Bindehautentzündung erkrankt war. Der Hund war schneeblind geworden. Worauf Imlauer gemeinsam mit dem Gasteiner Optiker Reinhold Kreyka eine Hundebrille bastelte – mit UV-Schutzgläsern, Lüftungsschlitzen gegen Beschlagen und verstellbarem Doppelriemen für den perfekten Sitz.

Jetzt werden die tierischen Augengläser zu Preisen von 79 bis 89 Euro im Internet verkauft. Silvia Wilsch-Herold, Geschäftsführerin der Münchner Niederlassung des Hundebrillenanbieters, zum Thema Schutzeffekt und Coolness-Faktor: „Die Möglichkeit, dass sich die dog-goes eventuell zu einem modischen Accessoire entwickeln, sehen wir als angenehmen Nebeneffekt.“ Angenehm ist auch, dass demnächst Hunderassen ganz gezielt bestimmten Cabriotypen zugeordnet werden können. Wir warten auf die erste Studie.

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