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Mastino Napoletano

Mastino Napoletano

Herkunftsland: Italien

Erscheinungsbild

Er ist ein grosser Hund dessen Rumpflänge in etwa 10 % länger ist als die Widerristhöhe. Gross, schwer und massig, Rüden 65-73 cm,60-70 kg; Hündinnen 60-68 cm,50-60 kg. Trotz seines friedlichen Wesens hat er für Angreifer ein eher schon furchteinflössendes, mindestens aber beeindruckendes Aussehen.

Wesen

Er ist ein sehr starker Hund, nicht grundlos aggressiv oder bissig. Er verteidigt stets sein Eigentum und Personen und ist wachsam. Er ist intelligent und zuverlässig.

Herkunft

Über die Herkunft des Mastino Napoletano gibt es verschiedene Ansichten. Glaubt man dem grössten italienischen Hundeverband, soll er bereits an der Seite der römischen Legionäre gekämpft haben. Durch die Streifzüge der römischen Legionen in ganz Europa sollen in Europa viele Mastinorassen entstanden sein. Danach soll er während Jahrhunderten im Gebiet um den Vesuv und Neapel fortbestanden haben. Erst im Jahre 1949 wird er in den Hundeverbänden als eine eigenständige Rasse geführt. Gemäss H. Räber (langjähriger Vorsitzender der Standard Kommission des kynologischen Dachverbandes FCI ) welcher sich auf Literatur von namhaften Kynologen des 19. und 20. Jahrhundert beruft, wie die Autoren Beckamnn, Strebel, Shaw, Bylandt, stellt das Alter dieser Rasse in Frage. Fest steht nur, dass erstmals 1946 ein Rüde in Neapel ausgestellt wurde mit Namen »Angiolino«. Sowie bei H. Räber aber auch bei Prof. Wilhelm Wegner (Tierärztliche Hochschule, Hannover) in »Die kleinen Kynologie« wird der Mastino als Begleiter der Camorristen (Napoletanische Mafia) erwähnt.

Standard

Gang: Der Gang hat rassetypische schlacksige Bewegungen, ist langsam, aber kraftvoll wie ein Bär. Beim Trab erhält der Schritt des Hundes einen starken von der Hinterhand ausgehenden Schub. Damit verbunden ist eine Streckung der Vorderhand. Der Mastino Napoletano galoppiert äussert selten. Sollte ein Passgang vorhanden sein, ist dies ebenfalls zulässig.

Fell

Haar: Das Haar ist glasartig, dicht und am ganzen Körper mit ca. 1,5 cm fast überall gleich lang. Es ist ausserdem gleichmässig glatt und fein, neigt aber zu keinerlei Fransenbildung.
Farbe: Vorzugsweise grau, beigegrau und auch schwarz. Manchmal finden sich auf der Brust kleine weisse Flecken und auf den Zehenspitzen, die aber auch mahagonifarben, rötlich oder hirschfarben sein können.

Kopf

Kopf und Schädel: Der Kopf ist breit und massig. Der Schädel ist an den Jochbögen breit, die Länge entspricht etwa drei Zehnteln der Widerristhöhe. Die Haut hat eine reichliche Faltenbildung. Die charakteristische und markante Falte verläuft vom äusseren Lidwinkel zum Lefzenwinkel. Die oberen Schädel- und Fanglinien verlaufen parallel. Der Schädel ist breit und besonders zwischen den Ohren flach, leicht konvex im vorderen Teil. Die Jochbögen treten stark hervor, aber mit flachen Muskeln (die Breite ist grösser als die Hälfte der Gesamtlänge des Kopfes). Die Stirnhöcker sind gut ausgebildet. Eine metopische Sutur ist deutlich, das Hinterbein dagegen nur schwach angedeutet. Der Fang ist sehr breit und tief, die Läge entspricht der des Nasenrückens (ein Drittel der gesamten Kopflänge). Die Seitenflächen des Fanges sind parallel und erwecken einen nahezu quadratischen Eindruck (von vorne gesehen). Der Nasenschwamm ist auf einer Linie mit dem Nasenrücken, ragt aber nicht über die vordere Senkrechte der Lefzen hinaus. Die Nase ist gross, mit grossen weit geöffneten Nasenlöchern. Die Pigmentierung entspricht der Fellfarbe: Schwarz bei schwarzen Tieren, dunkel bei anderen Farben, braun bei mahagonifarbenen Tieren. Die Lefzen sind dick und schwer, die oberen bilden an der Verbindungsstelle mit den unteren ein V und prägen das untere Seitenprofil des Fangs. Auf der senkrechten Linie des äusseren Augenwinkels nach unten ist an den Lefzenwinkeln die Schleimhaut sichtbar.

Augen: Sie liegen unter der Stirn weit auseinander. Die Lidränder sind gerundet. Der Augapfel ist etwas tiefliegend. Die Farbe der Iris passt zur Fellfarbe.

Ohren: Im Verhältnis zur Grösse sind sie klein, dreieckig und oberhalb der Jochbögen angesetzt. Nicht kupiert liegen sie flach an den Backen an. Kupiert bilden sie ein nahezu gleichschenkliges Dreieck.

Hals: Die Oberseite ist leicht konvex, an der Unterseite gibt es viel lockere Haut, die vom Unterkiefer bis zur Mitte des Halses eine gut unterteilte nicht zu üppige Kehlwamme bildet.

Gebiss: Der kräftige Kiefer des Hundes hat starke Kieferbögen und aufeinanderliegende Zahnbögen. Der Unterkiefer ist seitlich gut ausgebildet, mit sauber angeordneten Schneidezähnen. Die oberen Schneidezähne berühren leicht die Innenseite der unteren Schneidezähne (Scherengebiss).

Gliedmassen

Vorderläufe: Die Vorderläufe stehen von der Seite und von hinten gesehen senkrecht. Sie haben einen im Verhältnis zur Grösse massiven Knochenbau. Die Schulterlänge beträgt etwa drei Zehntel der Widerristhöhe, eine Neigung von 50° — 60° zur Horizontalen. Die Schultern sind gut bemuskelt, mit langen und gut unterteilten Muskeln. Die Schultern und der Oberarm bilden einen Winkel von 105° — 110°. Die Oberarmlänge beträgt ca. 30% der Schulterhöhe, die Winkelung zur Horizontalen beträgt ca. 55° — 60°. Der Oberarm ist gut bemuskelt. Der Ellenbogen ist reichlich mit lockerer Haut bedeckt und liegt nicht zu fest am Brustkorb an. Die Länge des Unterarms entspricht etwa der des Oberarms. Der Unterarm ist perfekt senkrechtstehend mit robustem Knochenbau und trockener, gut entwickelter Muskulatur. Die Vorderwurzel liegt mit dem Unterarm auf der gleichen senkrechten Linie. Der Vordermittelfuss ist flach, auf der Verlängerung der Senkrechten des Unterarms liegend. Seine Neigung beträgt ca. 70° — 75°. Die Länge des Vordermittelfusses entspricht etwa einem Sechstel der Länge des Laufes bis zum Ellenbogen.

Hinterläufe: Die kräftigen, robusten und in gutem Verhältnis zur Körpergrösse stehenden Hinterläufe gewährleisten den zur Bewegung dieser Rasse notwendigen Schub. Die Länge des Oberschenkels entspricht in etwa einem Drittel der Schulterhöhe. Die Winkelung zur Horizontalen beträgt ca. 60°. Der Oberschenkel ist breit, mit kräftigen, hervortretenden und gut erkennbaren Muskeln versehen. Die Becken- und Oberschenkelknochen bilden einen rechten Winkel. Der Unterschenkel ist nur wenig kürzer als der Oberschenkel mit einer Neigung von 50° — 55°. Die Unterschenkel sind grobknochig und auch mit gut sichtbaren Muskeln versehen. Das Kniegelenk bildet einen Winkel von etwa 110°-115°. Das Sprunggelenk ist sehr lang (das Verhältnis zur Schulterhöhe beträgt 2,5:10). Das Sprunggelenk bildet einen Winkel von 140°-145°. Der Hintermittelfuss wirkt robust und trocken, fast zylindrisch, die Länge entspricht in etwa einem Viertel der Schulterhöhe; perfekte Senkrechtstellung, Afterzehen sind evt. zu entfernen.

Rumpf

Brust: Sie ist breit (zwischen 40% — 45% der Schulterhöhe) und offen. Die Vorbrust ist gut entwickelt. Der Brustbeinhandgriff befindet sich auf gleicher Ebene mit dem Schultergelenk. Der grosse Brustkorb hat gut gerundete und lange Rippen. Der Brustumfang ist etwa ein Viertel grösser als die Schulterhöhe des Tieres.

Rücken: Die obere Rückenlinie ist gerade. Das Tier hat einen breiten, langen und stark betonten Widerrist. Der Rücken ist breit und beträgt etwa ein Drittel der Widerristhöhe. Der Lendenbereich ist gut mit dem Rücken verbunden. Auch in der Breite ist die Muskulatur gut entwickelt. Die Kruppe ist breit, kräftig und muskulös. Ihre Neigung beträgt ca. 30° zur Horizontalen, die Länge ca. drei Zehntel der Schulterhöhe. Die Hüften steigen bis zur oberen Lendenlinie hin an.

Bauch: Er ist fest, nicht zu lose und aufgezogen.

Rute: Die Rute ist breit und kräftig. An der Wurzel, bis hin zur Spitze verläuft sie immer schmaler werdend. Sie reicht hängend bis zum Sprunggelenk und wird ausserdem auf ein Drittel ihrer Grösse kupiert. Im Ruhezustand wird sie hängend oder säbelförmig getragen. Im Erregungszustand oder in der Bewegung wird die Rute gewöhnlich zur Horizontalen aufgerichtet oder ein wenig über dem Rücken getragen.

Grösse: Rüden Schulterhöhe 65-73,60-70 kg; Hündinnen 60-68 cm,50-60 kg.

Fehler: Alles, was vom Standard abweicht, wird je nach Schwere mit Minuspunkten gewertet.
Fehler die das Tier von der Bewertung ausschliessen: Hund grösser oder kleiner als vorgeschrieben; ausgeprägter Unterbiss; Rute rüsselförmig getragen.
Fehler die zur Disqualifizierung führen: Grosse weisse Flecken; weisse Flecken am Kopf; fehlende Faltenbildung; ausgeprägte Konvergenz oder Divergenz der Schädel-Gesichts-Linien: Nasenrücken konkav, konvex oder stark aufgebogen, völlige Depigmentierung des Nasenrückens oder der Lidränder; Vorbiss; gazellenartiger, trauriger Blick; beidseitiger Strabismus; fehlende Wammenbildung; Einhoder; fehlende Rute oder Stummelrute (kupiert oder angeboren).


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