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Corgi als Familienhund

Corgi als Familienhund

Ja, der Corgi als Familienhund ist hervorragend geeignet, da er anpassungsfähig, kinderlieb, intelligent und sehr treu ist. Die charmanten britischen Hütehunde passen perfekt in aktive Familien, benötigen jedoch eine konsequente Erziehung und ausreichend geistige Beschäftigung, um ihren angeborenen Hütetrieb im Alltag gut zu kontrollieren.

Wer an einen Corgi denkt, hat meist das Bild der britischen Königin Queen Elizabeth II. vor Augen. Doch die kleinen Hunde mit den kurzen Beinen und den großen Stehohren sind weit mehr als nur königliche Schoßhunde. Ursprünglich wurden sie in Wales als robuste Arbeitshunde gezüchtet. Sie trieben Rinderherden, indem sie den Tieren geschickt in die Fersen kniffen und den Hufen blitzschnell auswichen. Diese Vergangenheit prägt ihren Charakter bis heute und macht sie zu mutigen, selbstbewussten Begleitern.

Ein kleiner Hund mit großem Charakter: Der Corgi im Portrait

Es gibt zwei eigenständige Rassen: den Pembroke Welsh Corgi und den Cardigan Welsh Corgi. Während der Pembroke meist bekannter ist und oft keinen oder einen sehr kurzen Schwanz besitzt, ist der Cardigan etwas größer, hat größere Ohren und eine lange, buschige Rute. Beide Rassen teilen sich jedoch das fröhliche Wesen und die unerschütterliche Loyalität gegenüber ihrer Familie.

Tierärzte und Rasseexperten betonen immer wieder, dass man sich von der geringen Größe des Corgis nicht täuschen lassen darf. Im Körper eines Corgis steckt die Seele eines echten Arbeitshundes. Sie sind extrem klug, lernen unglaublich schnell und wollen geistig gefordert werden. Ein Corgi, der sich langweilt, sucht sich schnell eigene Aufgaben – und das ist selten im Sinne der Besitzer.

Warum eignet sich der Corgi als Familienhund?

In einer Familie blüht der Corgi regelrecht auf. Er liebt es, mitten im Geschehen zu sein, und bewacht seine Liebsten mit großer Aufmerksamkeit. Seine Fröhlichkeit ist ansteckend, und er bringt mit seiner clownhaften Art jeden Tag Schwung in das Familienleben. Zudem zeigt er sich in der Regel sehr anpassungsfähig, egal ob in einer Wohnung in der Stadt oder im Haus mit Garten auf dem Land.

Hier sind die wichtigsten Charaktereigenschaften, die den Corgi zu einem tollen Familienmitglied machen:

  • Hohe Lernbereitschaft: Sie verstehen Kommandos blitzschnell und haben Spaß an Suchspielen.
  • Große Anpassungsfähigkeit: Sie begleiten ihre Familie gerne überall hin, ob zum Wandern oder ins Café.
  • Wachsamkeit: Sie passen gut auf ihr Zuhause auf, neigen aber bei richtiger Erziehung nicht zum Kläffen.
  • Kinderfreundlichkeit: Corgis sind robust und machen gerne jeden Spaß mit den Kindern mit.

Trotz dieser positiven Eigenschaften darf man nicht vergessen, dass Corgis Hütehunde sind. Das bedeutet, dass sie bewegliche Objekte – und dazu gehören auch rennende Kinder – gerne kontrollieren wollen. Ein sanftes, aber bestimmtes Eingreifen der Eltern ist hier von Anfang an wichtig.

Alltag mit dem Corgi: Beschäftigung und Auslastung

Ein kurzer Spaziergang um den Block reicht einem Corgi nicht aus. Um körperlich und geistig fit zu bleiben, benötigt er täglich abwechslungsreiche Aktivitäten. Da sie sehr intelligent sind, eignet sich Hundesport ideal, um die klugen Köpfe auszulasten. Dabei sollte man jedoch immer auf die Gelenke des Hundes achten.

Um Ihren Corgi artgerecht zu beschäftigen, eignen sich folgende Aktivitäten besonders gut:

  1. Zielgerichtete Nasenarbeit: Suchspiele im Garten oder das Fährtenlesen lasten den Hund geistig enorm aus.
  2. Dog Dancing und Tricktraining: Die kleinen Hunde lieben es, neue Kunststücke zu lernen und diese vorzuführen.
  3. Agility für kleine Hunde: Hierbei sollten die Hürden jedoch sehr niedrig gehalten werden, um den langen Rücken zu schonen.
  4. Intelligenzspielzeuge: Futterspiele, bei denen der Hund Schieber bewegen muss, sorgen für ruhige Beschäftigung im Haus.

Hundetrainer aus der Schweiz und Deutschland raten dazu, Ruhepausen fest in den Alltag zu integrieren. Da Corgis sehr arbeitswillig sind, neigen sie dazu, sich selbst zu überfordern. Ein geregelter Tagesablauf hilft dem Hund, sich zu entspannen und abzuschalten.

Die Rolle des Corgis im Haushalt mit Kindern

Corgis und Kinder können ein unschlagbares Team werden. Die Hunde sind geduldig und robust genug, um auch mal einen kleinen Rempler zu verzeihen. Dennoch sollten Kinder und Hunde niemals ohne Aufsicht zusammenbleiben. Dies gilt für alle Hunderassen gleichermaßen, um Missverständnisse in der Kommunikation zu vermeiden.

Professionelle Hundeverhaltenstherapeuten weisen darauf hin, dass Kinder lernen müssen, die Körpersprache des Hundes zu respektieren. Wenn sich der Corgi auf seinen Platz zurückzieht, muss dieser Bereich für die Kinder absolut tabu sein. So entsteht eine sichere Wohlfühloase für das Tier.

Wichtige Voraussetzungen für die Haltung

Bevor ein Corgi bei Ihnen einzieht, sollten Sie prüfen, ob Ihre Lebensumstände zu den Bedürfnissen des Hundes passen. Ein Corgi ist kein Couch-Potato, sondern ein aktiver Naturbursche, der bei jedem Wetter vor die Tür möchte. Zudem sollten Sie sich über die Unterschiede der beiden Rassen im Klaren sein.

Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede zwischen dem Pembroke und dem Cardigan Welsh Corgi, um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern:

MerkmalPembroke Welsh CorgiCardigan Welsh Corgi
KörpergrößeCa. 25 bis 30 cmCa. 30 cm
GewichtBis zu 12 kgBis zu 17 kg
RuteOft angeborene Kurzrute (Stummel)Immer lange, buschige Rute
CharakterSehr quirlig, extrovertiert, verspieltEtwas ruhiger, Fremden gegenüber reservierter

Wie man sieht, ist der Cardigan oft etwas schwerer und gelassener, während der Pembroke als der lebhaftere von beiden gilt. Beide benötigen jedoch dieselbe liebevolle Konsequenz in der Erziehung.

Gesundheit und Pflege des Corgis

Das dichte, doppelte Fell des Corgis schützt ihn perfekt vor Wind und Wetter. Allerdings bedeutet dies auch, dass der Corgi das ganze Jahr über Haare verliert. Zweimal im Jahr steht der Fellwechsel an, bei dem die Unterwolle extrem stark ausfällt. In dieser Zeit ist tägliches Bürsten Pflicht, um die Haare im Haus zu minimieren.

Wichtiger Tipp von Hunde-Physiotherapeuten: Wegen des langen Rückens und der kurzen Beine sollten Corgis im ersten Lebensjahr keine Treppen steigen. Vermeiden Sie zudem das Springen aus dem Auto oder vom Sofa, um Bandscheibenvorfälle zu verhindern.

Neben der Fellpflege ist das Krallenschneiden ein wichtiger Punkt. Da Corgis relativ leicht sind, laufen sich die Krallen oft nicht von alleine ab. Zu lange Krallen können zu Fehlstellungen der Pfoten und Schmerzen beim Laufen führen.

Die Erziehung: Konsequenz mit viel Liebe

Ein Corgi lernt schnell – das gilt leider auch für Unarten. Wenn Sie einmal eine Ausnahme machen, wird der schlaue Hund dies sofort abspeichern und beim nächsten Mal wieder einfordern. Die Erziehung sollte daher von Tag eins an liebevoll, aber absolut konsequent sein.

Mit diesen Schritten gelingt der Aufbau einer harmonischen Beziehung besonders gut:

  1. Frühzeitige Sozialisierung: Besuchen Sie eine Welpenspielgruppe, damit Ihr Corgi den Umgang mit anderen Hunden lernt.
  2. Hütetrieb umlenken: Unterbinden Sie das Zwicken in die Fersen sofort durch ein klares Abbruchsignal.
  3. Belohnung nutzen: Corgis sind extrem verfressen. Nutzen Sie Futter als Motivation, aber achten Sie auf die Kalorien.
  4. Ruhe trainieren: Bringen Sie dem Hund von Anfang an bei, auf seiner Decke zu entspannen, auch wenn Trubel im Haus ist.

Hundeschulen bieten oft spezielle Kurse für Hütehunde an. Dort lernen Sie, wie Sie den angeborenen Trieb Ihres Corgis kontrollieren und in positive Bahnen lenken können, ohne den Hund zu frustrieren.

Anschaffung und Kosten im Überblick

Die Anschaffung eines Hundes ist immer mit finanzieller Verantwortung verbunden. Ein seriöser Züchter verlangt für einen gesunden Corgi-Welpen mit Papieren einen angemessenen Preis. Sparen Sie hier bitte nicht am falschen Ende, da Billigwelpen oft unter schrecklichen Bedingungen vermehrt werden und häufig krank sind.

Hier ist eine Übersicht über die ungefähren Kosten, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Sie zukommen:

KostenpunktEinmalige KostenMonatliche Kosten
Anschaffung vom Züchter (VDH/SKG)1.500 bis 2.500 EUR / CHF
Erstausstattung (Leine, Körbchen, Box)200 bis 400 EUR / CHF
Hochwertiges Futter & Kausnacks50 bis 80 EUR / CHF
Haftpflichtversicherung & Steuer15 bis 30 EUR / CHF
Tierarzt & Vorsorge (Impfungen, Wurmkur)30 bis 60 EUR / CHF

Denken Sie auch an eine OP-Versicherung oder Krankenversicherung für den Hund. Da Corgis zu Gelenkproblemen neigen können, schützt Sie eine solche Versicherung vor unerwartet hohen Tierarztkosten im Laufe der Jahre.

Passt ein Corgi zu Ihrer Familie?

Bevor Sie die endgültige Entscheidung treffen, sollten alle Familienmitglieder an einem Strang ziehen. Ein Corgi wird im Durchschnitt 12 bis 15 Jahre alt. Er wird Sie also über einen sehr langen Lebensabschnitt begleiten und fordert Ihre Aufmerksamkeit jeden Tag ein.

Gehen Sie die folgende Checkliste gemeinsam in der Familie durch:

  • Haben wir täglich mindestens zwei bis drei Stunden Zeit für Spaziergänge und Beschäftigung?
  • Sind alle Familienmitglieder mit den Haaren einverstanden, die der Hund unweigerlich im Haus verteilt?
  • Können wir dem Hund ein Zuhause bieten, in dem er im ersten Lebensjahr keine Treppen steigen muss?
  • Sind wir bereit, viel Geduld und Zeit in eine konsequente und liebevolle Erziehung zu investieren?

Wenn Sie alle diese Fragen mit einem klaren Ja beantworten können, steht dem Einzug Ihres neuen besten Freundes nichts mehr im Wege. Der Corgi wird Ihr Familienleben mit seiner unendlichen Fröhlichkeit, seiner Treue und seinem charmanten Charakter bereichern und Ihnen unvergessliche Momente schenken.

Frequently Asked Questions (FAQ)

Ist ein Corgi für Anfänger geeignet?

Ja, Corgis sind für Anfänger geeignet, wenn diese konsequent sind. Die Hunde sind sehr intelligent und nutzen Erziehungsfehler schnell aus. Der Besuch einer Hundeschule ist für Einsteiger dringend zu empfehlen.

Wie viel Auslauf braucht ein Corgi am Tag?

Ein Corgi benötigt täglich mindestens zwei Stunden Auslauf. Neben normalen Spaziergängen braucht er auch geistige Beschäftigung wie Suchspiele oder Tricktraining, um rundum ausgelastet und zufrieden zu sein.

Haaren Corgis sehr stark?

Ja, Corgis besitzen eine dichte Unterwolle und haaren das ganze Jahr über. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst verlieren sie extrem viele Haare und müssen täglich gründlich gebürstet werden.

Vertragen sich Corgis gut mit Katzen?

Corgis können gut mit Katzen zusammenleben, wenn sie frühzeitig aneinander gewöhnt werden. Wegen des Hütetriebs des Corgis ist es wichtig, dass die Katze Rückzugsorte hat, die der Hund nicht erreichen kann.

Können Corgis gut alleine bleiben?

Corgis sind sehr menschenbezogen, können aber nach einem gründlichen Training einige Stunden alleine bleiben. Die Zeitspanne sollte jedoch langsam aufgebaut werden, damit der Hund keine Trennungsangst entwickelt.


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