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Soll man das Fell zwischen den Zehen im Winter schneiden?

Soll man das Fell zwischen den Zehen im Winter schneiden?

Das Fell zwischen den Zehen im Winter zu schneiden ist bei Hunden mit langem Haar oft ratsam, da sich dort sonst Eiskristalle und schmerzhafte Schneeballen bilden. Als Tierärzte empfehlen wir, die Haare an den Pfoten im Winter zu kürzen, um den Grip auf eisigen Wegen zu verbessern und zu verhindern, dass Streusalz in den feinen Zwischenräumen kleben bleibt. Bei kurzhaarigen Hunden ist dieser Eingriff meist nicht nötig.

Warum sich im Winter Schneeballen an den Pfoten bilden

Wer mit seinem Vierbeiner durch den tiefen Schnee stapft, kennt das Problem nur zu gut. Nach wenigen Minuten bleiben dicke Eisklumpen an den Ballen hängen. Diese entstehen, wenn der warme Hundeschweiss auf den kalten Schnee trifft. Der Schnee schmilzt kurz an und gefriert im dichten Fell sofort wieder zu hartem Eis.

Dieser Vorgang wiederholt sich ständig. Mit jedem Schritt wachsen die Klumpen weiter an. Für Deinen Hund wird jeder Spaziergang zur Tortur. Die Eiskristalle spreizen die Zehen auseinander und drücken auf die empfindliche Haut. Ausserdem erschweren sie das natürliche Abrollen der Pfote enorm.

Gesundheitliche Risiken durch Eiskristalle

Häufig unterschätzen Halter die Gefahr, die von gefrorenem Schnee ausgeht. Neben Druckstellen drohen blutige Risse in den Ballenzwischenräumen. Noch schlimmer wird es, wenn aggressives Streusalz ins Spiel kommt. Das Salz brennt in den offenen Wunden und kann zu schweren Entzündungen führen.

Aus tiermedizinischer Sicht raten wir dringend dazu, die Pfoten nach jedem Gang an der frischen Luft zu kontrollieren. Wenn sich dort Eisklumpen festsetzen, solltest Du diese niemals gewaltsam herausziehen. Dadurch reisst Du oft die feinen Haare mitsamt der Wurzel aus, was für das Tier sehr schmerzhaft ist.

So bereitest Du Deinen Hund auf die kalte Jahreszeit vor

Eine gute Vorbereitung schützt Deinen Liebling vor schmerzhaften Pfoten. Neben dem Kürzen der Haare gibt es weitere sinnvolle Massnahmen. Das A und O ist eine regelmässige Pfotenpflege von Oktober bis März.

  • Pfotenhaare mit einer abgerundeten Schere auf Ballenniveau kürzen
  • Spezielle Pfotenschutzsalbe oder Hirschtalg vor dem Spaziergang auftragen
  • Nach dem Gassigehen die Pfoten mit lauwarmem Wasser abspülen
  • Streusalzreste gründlich abwaschen, um Verätzungen zu vermeiden
  • Bei Bedarf medizinische Hundeschuhe für empfindliche Wege nutzen

Als Experten erleben wir oft, dass Hundehalter zu lange mit der Pflege warten. Sobald der erste Frost einsetzt, sollte die Schere griffbereit sein. Das gilt besonders für Rassen wie Golden Retriever, Pudel oder Berner Sennenhunde.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Haareschneiden

Das Kürzen der Haare an den Pfoten ist keine Hexenwerk, erfordert aber etwas Geduld. Mit unserer kleinen Anleitung klappt es auch bei einem zappeligen Hund völlig stressfrei.

  1. Einen ruhigen Moment wählen, in dem Dein Hund entspannt auf der Decke liegt.
  2. Die Pfote sanft in die Hand nehmen und die Zehen vorsichtig auseinanderdrücken.
  3. Mit einer kleinen Schere mit abgerundeter Spitze die überstehenden Haare auf Hautniveau stutzen.
  4. Darauf achten, nicht in die empfindlichen Häute zwischen den Ballen zu schneiden.
  5. Den Vorgang mit einem Leckerli positiv verknüpfen, damit Dein Hund kooperativ bleibt.

Falls Dein Hund panisch reagiert oder Du Angst hast, ihn zu verletzen, ist der Gang zum Hundefrisör die bessere Wahl. Profis haben das nötige Equipment und erledigen diese Arbeit in wenigen Minuten.

Weitere Massnahmen für gesunde Hundepfoten

Neben dem Fellkürzen spielt die Hautgesundheit eine zentrale Rolle. Trockene Heizungsluft und Frost strapazieren die Ballen das ganze Jahr über. Eine intakte Fettschicht ist der beste Schutz gegen Umwelteinflüsse.

HunderasseFellbeschaffenheit an den PfotenPflegebedarf im Winter
Pudel & DoodleSehr dicht, lockig, wächst schnellSehr hoch, alle 3 Wochen schneiden
LabradorKurz, glattGering, nur abspülen reicht meist
HuskyDicht, aber robustMittel, auf Schneeballen achten

Viele Halter greifen zu Vaseline aus der Drogerie. Besser sind jedoch natürliche Öle oder spezielle Balsame auf Bienenwachsbasis. Diese legen sich wie ein schützender Film über die Haut und lassen sie dennoch atmen.

Tipps aus der tiermedizinischen Praxis

In unserer Praxis sehen wir im Winter viele Hunde mit entzündeten Zehenzwischenräumen. Das muss nicht sein, wenn Du vorbeugst. Hier hilft ein Blick auf die wichtigsten Kriterien für gesunde Winterpfoten.

MassnahmeVorteil
Haare kürzenWeniger Eisklumpen und Schmutz
EincremenSchutz vor Rissen und Streusalz
WaschenEntfernung von Chemikalien

«Eine gepflegte Hundepfote ist der beste Garant für unbeschwerte Winterspaziergänge. Wer die Haare rechtzeitig stutzt, erspart seinem Tier Schmerzen und sich selbst hohe Tierarztkosten.» – Tierarztteam

Danach steht dem Toben im Schnee nichts mehr im Weg. Beobachte einfach, wie Dein Hund auf Kälte reagiert und passe die Pflege individuell an seine Bedürfnisse an.

Frequently Asked Questions (FAQ)

Welche Schere eignet sich am besten für die Pfoten?

Nutze ausschliesslich eine Haarschneideschere mit abgerundeter Sicherheitsspitze. Normale Haushaltsscheren sind zu stumpf und bergen bei plötzlichen Bewegungen Deines Hundes ein zu hohes Verletzungsrisiko für die empfindliche Haut zwischen den Zehen.

Kann ich einen Haartrockner zum Auftauen nutzen?

Ja, aber nur auf niedrigster Stufe und mit geringem Abstand. Ein zu heisser Fön verbrennt die zarte Haut an den Ballen. Besser ist es, die Pfoten mit einem Handtuch trocken zu rubbeln und das Eis vorsichtig schmelzen zu lassen.

Sollte ich die Haare unter der Pfote auch schneiden?

Die Haare direkt zwischen den Ballen sollten bündig gekürzt werden. Das verhindert, dass sich dort Matsch festsetzt. Lass das Fell an der Aussenseite der Pfote jedoch stehen, da es als Kälteschutz dient.

Was mache ich bei blutigen Rissen durch Salz?

Spüle die Pfote sofort gründlich mit klarem Wasser aus, um das Salz zu entfernen. Tupfe die Wunde trocken und trage eine desinfizierende Salbe auf. Bei tiefen Rissen suche bitte zeitnah eine Tierarztpraxis auf.

Helfen Hundeschuhe wirklich gegen Schnee?

Ja, Hundeschuhe bieten den perfekten Schutz vor Eis, scharfen Schneekrusten und Streusalz. Viele Hunde müssen sich zwar kurz daran gewöhnen, aber für Tiere mit extrem empfindlichen Pfoten sind sie eine grosse Erleichterung.


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Hunde Magazin
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